„Meine Arbeit in der Onkologie hat mich gelehrt, die kleinen Dinge im Leben zu schätzen“

Im Gespräch mit der Pflegefachkraft Laura Reichenbächer.

Laura Reichenbächer hat ihre berufliche Leidenschaft in der onkologischen Pflege gefunden. Um ihr Know-how auf den aktuellsten Stand zu bringen, absolviert sie nun die einschlägige Fachweiterbildung.

Seit ihrer Ausbildung zur Gesundheits und Krankenpflegerin, die sie auch schon am Klinikum Fürstenfeldbruck durchlaufen hat, arbeitet Laura Reichenbächer auf der onkologisch-gastroenterologischen Station 32.

Zwei Jahre nach ihrer Ausbildung nahm sie eine Qualifikation zur Praxisanleiterin in Angriff und schloss diese im Januar 2024 erfolgreich ab. „Mir macht es Freude, mich kontinuierlich weiterzubilden und mein Wissen dann auch an andere weiterzugeben“, erzählt Laura. Deshalb startete sie im Mai 2025 eine zweijährige onkologische Fachweiterbildung, die das Klinikum Rechts der Isar der Technischen Universität München anbietet.

„Ich fand die Onkologie von Anfang an sehr spannend, da sich dieser Fachbereich medizinisch sehr schnell weiterentwickelt. Mit der Weiterbildung an einer Uniklinik lerne ich nun das gesamte Behandlungsspektrum kennen und bin fachlich auf dem neuesten Stand. Nach dem Abschluss darf ich dann auch Tätigkeiten übernehmen, die sonst den Ärzten vorbehalten sind – beispielsweise das intravenöse Verabreichen von Chemotherapien oder die Punktion eines Portkatheters.“

Obwohl Laura für die Dauer ihrer Fortbildung am Klinikum Fürstenfeldbruck angestellt bleibt, wird sie die meiste Zeit nicht vor Ort sein: „Bis auf den sechswöchigen Einsatz in der Palliativstation, den ich in meinem Stammhaus durchlaufen kann, finden alle Praxiseinsätze woanders statt. Trotzdem werde ich natürlich immer wieder in meinem „Nest“ vorbeischauen.“

„Ich fühle ich mich in meinem kollegialen Umfeld am Klinikum Fürstenfeldbruck sehr wohl“, ergänzt Laura. „Zudem betreut man auf der onkologischen Station Patientinnen oder Patienten enger als auf anderen Stationen, da manche regelregelmäßig für ihre Therapiezyklen wiederkommen. So baut man eine Beziehung zu ihnen und ihren Angehörigen auf und erlebt oft berührende Lebensgeschichten mit.“

Die meisten Patienten sind jenseits der 70, doch auf der Station werden auch jüngere Menschen versorgt. Nicht immer fällt der Umgang mit den teils
schweren Schicksalen leicht. Laura betont deshalb, dass man für die onkologische Pflege nur geeignet ist, „wenn man sich bewusst für diese Arbeit entscheidet“. Entlastung bieten der kontinuierliche Austausch im Team und die regelmäßigen Gespräche mit den Oberärzten, bei denen einzelne Fälle diskutiert werden. „Und natürlich hilft ein gesundes Privatleben, die beruflichen Erfahrungen zu verarbeiten“, ergänzt Laura. „Mein Beruf hat mich aber auch gelehrt, die kleinen Dinge im Leben mehr zu schätzen und mich nicht über Banalitäten aufzuregen.“

(Textauszug aus der Patientenzeitschrift visavis 52).