Hygiene im Klinikum Fürstenfeldbruck

  • In einem Akutkrankenhaus ist die effektive Prävention von Infektionen in nahezu allen Bereichen der Patientenversorgung ein wesentlicher Bestandteil der Behandlungsqualität. Daher räumt das Klinikum Fürstenfeldbruck der umfassenden Sicherung der klinischen Hygiene einen hohen Stellenwert ein.

    Unterstützt von einer regelmäßig tagenden Hygienekommission nimmt sich ein speziell geschultes Hygieneteam der Aufgabe an, Hygienestandards nach aktuellem medizinischen Wissensstand konsequent in allen Bereichen unseres Hauses umzusetzen.  

    Zu den vielschichtigen Maßnahmen im Zuge unserer systematischen Klinikhygiene gehört neben Fortbildungsangeboten, Beratung und Qualitätskontrolle auch die intensive Zusammenarbeit mit dem lokalen Gesundheitsamt. 

    Darüber hinaus haben wir ein Antibiotikamanagement etabliert, um die Effizienz der Antibiotikatherapien zu steigern und das Risiko von Resistenzbildungen zu verringern. 

    Kontakt

  • Aktuelle visavis Artikel des Fachbereichs

    Hygiene Visavis Nr. 31 01-2014 10.01.2016

    Klinikhygiene: den Keimen keine Chance!

    Wirksamer Schutz vor Infektionen...

  • Hygieneteam
  • Aufgabenbereich
  • Hygienestandards im Klinikum
  • Antibiotikamanagement
  • Gesundheitsamt
  • Das Hygieneteam des Klinikum Fürstenfeldbruck

    Die organisatorischen Strukturen unserer Klinikhygiene werden den aktuellen Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention  (KRINKO) gerecht und erfüllen die Anforderungen der bayerischen Hygieneverordnung. 
    Als beratende Krankenhaushygienikerin ist mit Frau Dr. Béatrice Grabein eine führende Hygieneexpertin Deutschlands für das Klinikum Fürstenfeldbruck tätig.

    • Dr. med. Béatrice Grabein

      Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektions-
      epidemiologie
      Weiterbildung in Antibiotic Stewardship (ABS-Expertin)
      Leitende Ärztin der Stabstelle Klinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene am Klinikum der Universität München

    • Hygienekommission

      Die Hygienekommission ist das „gesetzgebende Organ“ der Klinikhygiene. Unter Vorsitz des Ärztlichen Direktors werden aktuelle hygienische Brennpunkte geklärt und Änderungen der Hygienestandards verabschiedet. Die Hygienekommission tagt geplant zweimal jährlich, bei Bedarf häufiger.

    • Dr. med. Hermann Schubert

      Dr. med. Hermann Schubert
      Hygienebeauftragter Arzt

      Tel.: 08141 - 99 3027
      hermann.schubert(at)klinikum-ffb.de

      Kurzportrait

    • Tim Link

      Tim Link
      Hygienebeauftragter Arzt

      Tel.: 08141 - 99 3028
      tim.link(at)klinikum-ffb.de

      Kurzportrait

    • Dr. med. Franz-Xaver Buchner
      Oberarzt

      Facharzt für Innere Medizin
      und internistische Intensivmedizin
      Hygienebeauftragter Arzt

  • Aufgaben des Hygieneteams

    Unser Hygieneteam ist in allen Bereichen des Klinikums und des Seniorenheims Jesenwang tätig.
    Zum Aufgabenspektrum gehören:

    • Aktualisierung des klinikinternen Hygienestandards nach dem aktuellen medizinischen Wissenstand
    • Beratung der Abteilungen des Klinikums in speziellen Fragen der Infektionsprävention und bei der Anwendung von Antibiotika
    • Fortbildungen für alle in der Patientenversorgung beteiligten Berufsgruppen
    • Fortbildungen für Arztpraxen, Altenheime und Rettungsdienst
    • Unterstützung der Mitarbeiter bei der richtigen Anwendung der Maßnahmen zum Infektionsschutz bei der Patientenversorgung
    • Durchführung von Qualitätskontrollen
    • Organisation der regelmäßig stattfindenden Hygienekommissionssitzungen
    • Erfassung und statistische Auswertung von Infektionserkrankungen (Surveillance) und von resistenten Erregern (§ 23 Infektionsschutzgesetz)
    • Personalschutz in Zusammenarbeit mit der Betriebärztin
    • Beratung der Klinikumsleitung bei baulichen Maßnahmen
    • Zusammenarbeit mit dem technischen Dienst (Trinkwasserqualität, raumlufttechnische Anlagen)
    • Kooperation mit dem Gesundheitsamt
  • Sterilgutaufbereitung

    In unserer zentralen Sterilgutaufbereitung werden für das gesamte Klinikum Instrumente und andere medizinische Materialien gereinigt und sterilisiert oder desinfiziert.
    Die Abteilung wurde im Jahr 2010 mit neuen Aufbereitungs- anlagen  ausgestattet. Die Klinikhygiene beteiligt sich in diesem sensiblen Bereich bei der Erstellung der Aufbereitungs- standards, der Validierung der Prozesse und bei den Qualitätskontrollen.

Hygienestandards im Klinikum

  • Basis unserer Leitlinien sind Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beimRobert-Koch-Institut und sämtliche gesetzlichen Vorgaben, die den Bereich des Infektionsschutzes bei der Patientenversorgung betreffen. Wir legen besonderen Wert darauf, unsere Standards regelmäßig nach den neuesten wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen zu aktualisieren („Evidence-based Medicine“).

    Die Hygienestandards liegen an allen Behandlungsplätzen des Klinikums in Form eines Hygieneordners bereit. Alle Mitarbeiter haben außerdem Zugriff auf die Online-Version der Leitlinien in unserem klinikinternen Intranet. Die Hygienestandards enthalten Vorgaben für alle Maßnahmen, die zur Vermeidung von Infektionskrankheiten in unserem Klinikum beitragen:

    • Basishygiene (Händehygiene!)
    • Verhalten im Operationsbereich
    • Infektionsprävention bei bei allen gängigen medizinischen Maßnahmen am Patienten
    • Spezifische Verhaltensregeln für einzelne übertragbare Erkrankungen incl. eventueller Isolierungsmaßnahmen
    • Aufbereitung von Medizinprodukten
    • Differenzierte Reinigungs- und Desinfektionspläne für die jeweiligen Bereiche des Klinikums
    • Ablauforganisation für den Fall des gehäuften Auftretens von Infektionskrankheiten


     

     

    Händehygiene

    Die Händehygiene ist die wichtigste Maßnahme zur Verhütung der Infektionsübertragung. 

    Auf nationaler und internationaler Ebene gibt es heute Aktivitäten, um die Händehygiene zu verbessern: 

  • Ignaz Philipp Semmelweis 1818 - 1865

    Ignaz Philipp Semmelweis
    Federzeichnung von Jeno Dopy; 1860

    Ignaz Semmelweis wies im Jahr 1848 die Bedeutung der Händehygiene bei der Patientenversorgung nach. Seine Erfolge wurden damals nicht anerkannt, er wurde deswegen sogar angefeindet.

Antibiotikamanagement

  • Weltweit zunehmende resistente Erreger führen seit ca. 20 Jahren zu einem Wirkungsverlust der verfügbaren Antibiotika.

    Seit dem Jahre 2001 existiert im Klinikum Fürstenfeldbruck ein Antibiotikamanagement. Auf Grundlage allgemein anerkannter Therapieempfehlungen haben wir für unser Klinikum Leitlinien für die antibiotische Behandlung der gängigsten Infektionserkrankungen aufgestellt. Diese Standards werden regelmäßig auf Basis des aktuellen medizinischen Wissenstands und der landesweiten und innerklinischen Resistenzsituation aktualisiert.

    Ziel ist eine maximal effektive Therapie bei gleichzeitiger Verhinderung der Entstehung von Resistenzen.

  • Grundregeln der Antibiotikatherapie

    • Antibiotikatherapie nur bei bakteriellen Infekten (z.B. nicht bei viralen grippalen Infekten)
    • Erregernachweis anstreben
    • Antibiotikum nach wahrscheinlichem Infektionsort und/oder Erreger und Vorerkrankungen des Patienten auswählen
    • Kein Breitspektrum-Antibiotikum, wenn „schmaler“ wirksame Antibiotika effektiv sind
    • Nach Erhalt des Resistenzmusters wenn möglich Umstellung von einem Breitspektrum-Antibiotikum auf ein „schmal“ wirksames Antibiotikum
    • Optimale Therapiedauer – sowohl zu kurze als auch zu lange Verabreichungen führen zu Resistenzen
    • Bei schweren Infektionen sofortige, kalkulierte Antibiotikatherapie

    Brucker Antibiotika-Resistenz-Initiative

  • Kooperation mit dem Gesundheitsamt Fürstenfeldbruck

    Eine effiziente Klinikhygiene macht eine enge Zusammenarbeit mit dem zuständigen Gesundheitsamt notwendig.

    Situationen mit gehäuften Infektionserkrankungen in der Bevölkerung (z.B. Influenza, Masern) stellen eine Herausforderung für das Klinikum dar und können nur durch die Kooperation mit dem Gesundheitsamt und anderen externen medizinischen Leistungserbringern (niedergelassene Ärzte, Altenheime, Rettungsdienst) bewältigt werden. Bei innerklinischen Problemstellungen profitiert unser Klinikum seit Jahren von der raschen und praxisnahen Unterstützung durch die Kollegen des Gesundheitsamtes.

    Das Gesundheitsamt führt jährlich eine Routinebegehung in unserem Klinikum durch.

  • Küchenhygiene

    Unsere Hygieneteam erstellt für unsere Küche die Reinigungs- und Desinfektionspläne. Außerdem ist es für die mikrobiologischen Prüfungen der Geschirraufbereitung zuständig.

    Trinkwasser

    Die Überprüfung der Trinkwasserqualität im Klinikum Fürstenfeldbruck und im Seniorenheim Jesenwang liegt in den Händen des Hygieneteams.

    Gesundheitsamt Fürstenfeldbruck