Ärzte-Information

  • Wer kommt für eine stationäre Schmerztherapie in Frage?

    Multimodale teilstationäre Schmerztherapie
    (Es müssen mindestens drei der folgenden Kriterien erfüllt sein.):

    • Manifeste oder drohende Beeinträchtigung der Lebensqualität und/oder der Arbeitsfähigkeit
    • Fehlschlag einer vorherigen unimodalen Schmerztherapie, eines schmerzbedingten operativen Eingriffs oder einer Entzugsbehandlung bestehende/r Medikamentenabhängigkeit oder –fehlgebrauch
    • Schwere psychische/somatische Begleiterkrankung

    Für eine effektive Gruppenarbeit sind weiterhin folgende Aufnahmekriterien zu erfüllen:

    • Abgeschlossene fachärztliche Diagnostik
    • Ausreichende körperliche und psychische Leistungsfähigkeit, um am ganztägigen Gruppenprogramm aktiv teilnehmen zu können
    • Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift

    Zusätzlich betreuen wir konsiliarisch Schmerzpatienten aller bettenführenden Abteilungen am Klinikum Fürstenfeldbruck.

    Ambulante Schmerztherapie

    Akute Schmerzen werden primär vom entsprechenden Facharzt diagnostiziert und therapiert. Patienten mit chronischen Schmerzen können auf Überweisung vom behandelnden Haus- oder Facharzt ambulant behandelt werden. Aufgrund der großen Nachfrage kann es zu längere Wartezeiten kommen.

    Ausnahmen sind Patienten bei denen eine Therapie besonders dringlich ist, z.B. akute Zosterneuralgie, ein neu aufgetretenes CRPS oder eine Malignomerkrankung. In diesen Fällen sollte der behandelnde Arzt den Termin in unserer Schmerzambulanz direkt vereinbaren. Benötigte Unterlagen zur Vorstellung in der Schmerzambulanz: Überweisung zur Schmerztherapie, alle mit der Schmerzerkrankung in Verbindung stehenden Vorbefunde und eine vollständige und aktuelle Medikamentenliste.

    Stationäre multimodale Schmerztherapie

    Voraussetzung für die Aufnahme eines Patienten in stationäre Schmerztherapie ist immer eine vorherige ambulante Vorstellung. Zunächst erfolgt ein ausführliches Aufnahmeverfahren durch verschiedene Therapeuten mit anschließender Empfehlung für weitere diagnostische und therapeutische Schritte.

    Der eigentliche Therapieschwerpunkt liegt auf einem multimodalen Schmerzbewältigungsprogramm für chronische Schmerzpatienten. In einem intensiven Programm erfahren die Patienten eine Behandlung, in der Bewegungstherapie, ärztliche und psychotherapeutische sowie weitere Inhalte individuell vereint werden.

  • Welche Patienten können wir leider nicht behandeln?

    Bestimmte Patientengruppen sind nicht für eine multimodale Schmerztherapie geeignet, da sie an physiotherapeutischen bzw. gesprächsbasierten Gruppentherapien und Edukation nicht ausreichend teilnehmen können. Dazu gehören z.B.:

    • Auch mit Hilfsmittel nicht ausreichend mobile Patienten
    • Patienten mit eingeschränkten Deutschkenntnissen
    • Patienten mit aktiver Suchterkrankung (ausgenommen Schmerzmedikamente)
    • Patienten mit schwereren psychiatrischen Erkrankungen, explizit ausgenommen sind z.B. Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen

    Eine lediglich relative Kontraindikation zur stationären Schmerztherapie besteht bei allen Patienten

    • mit laufenden Rentenverfahren
    • laufenden Verschlechterungsanträgen für den Grad der Behinderung
    • nicht abgeschlossenen Schadensersatzprozessen usw.

    Wie läuft die Patientenaufnahme ab?

    Aufgrund der hohen Nachfrage können längere Wartezeiten nicht immer ausgeschlossen werden. Sinnvoll ist es deshalb, Patienten frühzeitig anzumelden. Bitte halten Sie im Zweifelsfall unbedingt Rücksprache mit unserem Ärzteteam.

    Die Patienten erhalten von uns vorab einen standardisierten Fragebogen und werden, falls nötig, zu einem Gespräch in unsere Ambulanz eingeladen, um die Indikation zur multimodalen Schmerztherapie zu bestätigen und Kontraindikationen auszuschließen.

    Für das Vorgespräch benötigt der Patient folgende Unterlagen vom behandelnden Arzt:

    • Überweisung bzw. Einweisung zur Schmerztherapie
    • Sämtliche Vorbefunde der letzten 10 Jahre zur Vermeidung unnötiger Vorbefunde
    • Radiologische Befunde (vorzugsweise auf CD) inklusive schriftlichem Befund des Radiologen. Ausgedruckte Bilder sind nicht notwendig.
    • Arztbriefe, insbesondere solche im Kontext der Schmerzerkrankung
    • Aktuelle und vollständige Medikamentenliste

    Die Kontaktaufnahme zur Kostenübernahme mit der jeweiligen Krankenkasse kann bei einigen privaten Krankenversicherern sinnvoll sein.

    Sollte sich anhand der ambulanten Vorstellung keine Indikation für eine stationäre multimodale Schmerztherapie ergeben, erhalten Sie einen ausführlichen Arztbrief mit entsprechender Diagnostik- und Therapieempfehlung zur ambulanten Weiterbehandlung. Andernfalls erfolgt nach Abschluss der Therapie ein ausführlicher Bericht.