„Was wir gesehen haben, war beeindruckend“
Praxisanleiterin Emilia Tyralla im Gespräch über das Projekt „Azubis leiten eine Station“

Praxisanleiterin Emilia Tyralla bei der Abschlussfeier nach dem Projekt mit Pflegedirektorin Elke Boch und Klinikvorstand Alfons Groitl.
Eine Woche lang volle Verantwortung für die Azubis – wie kam es dazu?
Die Idee für das Projekt gab es schon länger, mit der konkreten Planung haben wir Ende letzten Jahres begonnen und zunächst die Lernziele aufgrund der Kompetenzbereiche des Ausbildungsgesetzes ausgearbeitet und formuliert. Außerdem haben wir den organisatorischen Rahmen sowie einen passenden Zeitraum festgelegt.
Parallel dazu wurden Reflexionsbögen und ein Lerntagebuch zur Nachbereitung entwickelt, sodass die Auszubildenden jeden Tag ihre Erfahrungen festhalten konnten. Das Projekt wurde dann der Pflegedienstleitung und der Klinikbetriebsleitung vorgestellt und erhielt von dort große Rückendeckung.
Nach welchen Kriterien wurde die Station ausgewählt?
Unsere Wahl fiel auf die 41, da sie eine besonders spannende und lehrreiche fachliche Mischung aus neurologischen und kardiologischen Patienten bietet. Zur Vorbereitung der Azubis gehörten daher auch spezielle Gruppenanleitungen zu diesen Fachbereichen. Dabei haben wir den Umgang mit zentralen Krankheitsbildern wie Morbus Parkinson, Krampfanfällen oder Schlaganfällen gezielt wiederholt.
Was war die wichtigste Erkenntnis aus der Projektwoche?
Was wir gesehen haben, war beeindruckend! Insgesamt konnten wir eine enorme fachliche und persönliche Entwicklung beobachten: Die Auszubildenden arbeiteten sehr selbstständig, stellten eigenständig Fragen und trafen fundierte Entscheidungen. Besonders überrascht hat mich die rasante Persönlichkeitsentwicklung und das gestärkte Selbstbewusstsein innerhalb weniger Tage – etwa in Gesprächen mit Ärztinnen und Ärzten oder Angehörigen.
Zudem wurden die Auszubildenden selbst zu Anleitenden. Sie begleiteten die jüngeren Jahrgänge und sammelten erste pädagogische Erfahrungen – ein weiterer Schritt hin zur späteren Rolle im Berufsalltag.
Wird die Aktion wiederholt?
Ja, wir planen, das Projekt im kommenden Jahr zu wiederholen. Der jetzige Durchlauf war zunächst als eine Art „Betatest“ gedacht. Perspektivisch könnten wir uns auch vorstellen, die Dauer zu verlängern. Dafür benötigen wir jedoch ausreichend Auszubildende aus dem dritten Ausbildungsjahr in der Pflege.






















































