„Verantwortung? Können wir!“

Projektwoche „Azubis leiten eine Station“

Für viele Patientinnen und Patienten ist es zunächst eine Überraschung: Auf einmal sind es vor allem Auszubildende, die den Alltag auf der Station 41 organisieren. Für den Zeitraum von einer Woche übernehmen angehende Pflegekräfte eigenständig die Betreuung und alle Aufgaben der „ausgelernten“ Pflegekräfte – natürlich begleitet von erfahrenem Fachpersonal im Hintergrund.

„Das Ziel des Projekts „Azubis leiten eine Station“ war es, den Auszubildenden einen realistischen Einblick in ihren zukünftigen Beruf zu geben sowie Theorie und Praxis zu verbinden“, erklärt Pflegedirektorin Elke Boch. „Sie lernen so, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und im Team zu arbeiten.“

Im Alltag bedeutet das für die Azubis: Sie planen Pflegeabläufe, führen Gespräche mit Patientinnen und Patienten, dokumentieren wichtige Informationen und koordinieren sich mit Ärztinnen oder Therapeuten. Dabei geht es nicht nur um Fachwissen, sondern auch um Einfühlungsvermögen und Kommunikation. Und natürlich bringt das auch Herausforderungen mit sich: Zeitdruck, neue Verantwortung und ungewohnte Situationen können stressig sein. Doch genau daran wachsen die Auszubildenden.

Ella – plötzlich Stationsleitung

„Am Anfang war ich total nervös“, erzählt Ella aus dem dritten Lehrjahr, die die Stationsleitung übernommen hat. „Plötzlich ist man nicht mehr nur ‚mitlaufend‘, sondern wirklich verantwortlich und muss ganz viel mit Patienten, Ärzten und Angehörigen sprechen. Doch es wurde von Tag zu Tag besser und hat mir gezeigt, was ich alles kann.“

Die Auszubildenden des dritten Lehrjahres übernehmen die Leitung im Projekt, unterstützt von den jüngeren Jahrgängen. Für die Patientinnen und Patienten ändert sich dabei weniger, als man denkt. Die Versorgung bleibt auf hohem Niveau, da im Hintergrund examinierte Pflegekräfte bei Bedarf unterstützen. Viele erleben die Situation sogar als besonders positiv. Ein Patient betonte bei der Entlassung gleich mehrfach, wie gut er sich betreut gefühlt hat: „Die Auszubildenden nehmen sich oft viel Zeit und begegnen den Menschen mit großer Aufmerksamkeit.“

Auch der Nachwuchs war durchweg begeistert:

Eksida fand das Projekt sehr motivierend.

„Das Projekt war eine tolle Idee von Emilia. Wir mussten unsere Komfortzone verlassen und ich habe gelernt, mir selbst mehr zu vertrauen“, fasst Eksida zusammen.

Diese Erfahrung war sehr wichtig für alle und gerade für die anstehenden Abschlussprüfungen im Sommer motivierend und aufbauend.

Die Aktion „Azubis leiten eine Station“ zeigt eindrucksvoll, wie wichtig praktische Erfahrungen in der Ausbildung sind – und wie engagiert der Nachwuchs in der Pflege ist. Für viele Auszubildende ist sie ein entscheidender Schritt auf dem Weg in ein selbstständiges Berufsleben – und für Patientinnen und Patienten eine Begegnung mit bestens ausgebildeten und einfühlsamen Pflegekräften von morgen.